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Ein Herz für die Spitzensportmedizin

Was den Spitzensport angeht, hat sich Cees Rein van den Hoogenband zwei ehrgeizige Ziele gesteckt: Als Chefarzt des niederländischen olympischen Sportbundes NOC*NSF will er das seine tun, damit unsere Athleten während der Olympischen Spiele in London „gesund und unversehrt“ bleiben. Außerdem will er die Spitzensportmedizin in den Niederlanden bündeln. Er ist der Gründervater von Push Braces. Und nicht zuletzt der stolze Vater des olympischen Schwimmchampions Pieter.

Die Spitzensportmedizin interessiert van den Hoogenband schon seit Jahrzehnten sehr. Und es ist kein Zufall, dass er an der Wiege von Push Braces stand. „Während meiner Ausbildung zum Chirurgen lernte ich einen Bandagisten kennen, Frans Coumans aus Kerkrade, der eine wunderbare Bandagierungstechnik entwickelt hatte: eine Kombination von Klebeverband und Tape für Knie- und Knöchelverletzungen. Das war revolutionär – schließlich wurden Verletzungen an den Knien und Knöcheln immer operiert oder mit Gips fixiert. Nun wurde plötzlich mit Bewegung geheilt.“
Im Rahmen seiner Dissertation wies van den Hoogenband anhand der Arbeit dieses Bandagisten nach, dass Bandagieren mehr bringt als Operationen oder Gips.
Dritter im Bunde wurde etwas später Leon Melchior. Melchior arbeitete mit in Kanada entwickelten Bandagen, die für Pferde verwendet wurden und denen dasselbe Prinzip zugrunde lag. Nun kam die Sache ins Rollen, denn wenn eine Bandage bei Pferden funktioniert, warum dann nicht auch bei Menschen? „Wir begannen, Bandagen zu entwickeln, die die Bewegung begleiten und manchmal auch bremsen: die Push Braces. Gemeinsam mit dem Maastrichter Universitätsklinikum und der Firma Macintosh. So hat es angefangen.“

Der größte Antrieb waren für van den Hoogenband seine Neugier und sein Ehrgeiz: „Damals hat man jährlich 10.000 Knöchelbänder operiert und eingegipst. Wenn man hier Abhilfe schaffen kann, lassen sich erhebliche Gesundheitskosten sparen, und nicht zuletzt erspart man den Leuten eine Operation. Schon toll, so etwas hinzukriegen.“ Über einen Lenkungsausschuss engagiert er sich auch heute noch für Push Braces. Seine aktuelle Herausforderung ist die Entwicklung von Spezial-Braces für Spitzenfußballer. „Im Spitzenfußball arbeiten wir oft mit Tapes und Bandagenmaterial. Das geht ganz schön ins Geld. Es zahlt sich für die Vereine wirklich aus, einen Teil davon durch Push Braces zu ersetzen. So entstehen immer wieder neue Ziele.“
Auf Wunsch des NOC*NSF bringt Cees Rein van den Hoogenband sein Know-how auch in die niederländische Spitzensportmedizin ein. Derzeit untersucht er die Möglichkeit einer Umstrukturierung dieses Sektors. Und da hat er bereits konkrete Ideen: „Fünf Zentren in unserem Land, die Topsportlern alles Wissen und die gesamte Expertise im Bereich Spitzensportmedizin bieten: Das ist meines Erachtens die beste Form. Im Moment laufen die Sportler noch zu oft von Pontius zu Pilatus.“ Das erste sportmedizinische Zentrum hat van den Hoogenband bereits gegründet: Topsupport, eine Tochter des Geldroper Krankenhauses Sint Anna Ziekenhuis, wo er lange als Chirurg tätig war. „Hier finden Spitzensportler das gesamte medizinische Know-how gebündelt unter einem Dach. Von diesen Zentren müsste es hierzulande mehrere geben.“
Und genau das ist sein längerfristiges Ziel. In der nächsten Zeit setzt er sich als Vereinsarzt des Fußballclubs PSV für die gute Kondition der Fußballer ein und wurde, nicht zu vergessen, zum Chefarzt der Olympia-Equipe ernannt, die die Niederlande 2012 in London vertritt. Es sind nicht seine ersten Olympischen Spiele: Er war bereits viermal als Arzt der Schwimm- und Wasserpolomannschaften mit dabei und konnte dreimal miterleben, wie sein Sohn Olympiasieger wurde.
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