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Jeden Tag ein bisschen besser

„Wenn eine Rangliste anzeigt, dass man die Beste ist, fallen alle Vorbilder oder Vergleichsmöglichkeiten weg. Darum habe ich gelernt, selbst Dinge an mir zu entdecken, die ich verbessern kann. Ich fordere von mir heute, immer besser zu sein als am Tag zuvor.“

Esther Vergeer steht bereits seit zehn Jahren an der Spitze des Rollstuhltennis. Im Laufe der Jahre hat sie mehrere Goldmedaillen bei den Paralympischen Spielen gewonnen und so manche Meisterschaft für sich entschieden. Ihren Erfolg, so Esther, verdankt sie ihrer Durchsetzungsfähigkeit und ihrer Disziplin. „Ich habe immer noch diesen Hunger, jeden Tag etwas lernen zu wollen. Nicht nur beim Tennis, sondern auch als Mensch. Dieser Hunger steckt in mir, aber auch meine Umgebung spielt eine Rolle. Als ich im Rollstuhl landete, war das auch für meine Eltern und meinen Bruder sehr hart. Aber von Anfang an haben sie sich auf das konzentriert, was ich noch kann, und mich motiviert und stimuliert. Resignieren, das gabs bei uns nicht. Das hat mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin.“
Esther Vergeer (1981) ist seit ihrem achten Lebensjahr auf den Rollstuhl angewiesen. Eine Abweichung der Blutgefäße rundum ihr Rückenmark hatte bereits drei Gehirnblütungen verursacht. Um diese Zeitbombe in ihrem Körper unschädlich zu machen, wurde sie operiert. Dabei wurden gesunde Blutgefäße beschädigt – die Folge: eine Querschnittslähmung.

„Im Reha-Zentrum machte ich zum ersten Mal Bekanntschaft mit Tennis. Als Kind will man einfach spielen, aber bei Fangenspiel hörte es schon auf. Tennis und Basketball allerdings, das ging. Das gefiel mir, auch weil das in einer geschützten Umgebung möglich war, in der jeder eine Behinderung hatte.“
Mit zwölf schloss Esther sich einem Verein an, und mit vierzehn später sah der Bundestrainer sie spielen. Er fragte sie, ob sie am Training und an Turnieren teilnehmen wollte. Damals waren die Paralympics oder die Weltrangliste für Esther noch kein Begriff. „Das änderte sich, als ich 1998 die US Open gewann. Zwei Jahre später sollten die Paralympischen Spiele stattfinden, und ich überlegte mir, dass ich da vielleicht mitmachen konnte, wenn ich ernsthaft trainierte.“ Sie gewann die Goldmedaille.

Mittlerweile ist Esther – das beweisen die unzähligen E-Mails, die sie bekommt – ein Vorbild für viele Menschen, Behinderte und Nicht-Behinderte gleichermaßen. „Das hatte ich nicht so geplant, aber ich kann meiner Botschaft dank meines Status tatsächlich mehr Nachdruck verleihen. Ich will nämlich den Ruf des
Behindertensports stärken, und behinderte Kinder zum Sport ermutigen. Das tut ihnen so gut!“

Außerdem hat Esther ein eigenes Unternehmen im Bereich Sportmarketing. Sie will den Mix von Sport und Spitzensport von behinderten und nicht behinderten Sportlern besser positionieren und dadurch den behinderten Sportler verstärkt ins Rampenlicht rücken. Sport treiben wird sie auch in Zukunft. Nächstes Jahr will sie in London ihre sechste Goldmedaille einheimsen.
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